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Interview:
Wiederaufnahme der
Zürich-Verbindung durch Cirrus Airlines und SWISS
Am 04. Juni 2007 wird die seit einem Jahr unterbrochene Flugverbindung
zwischen Salzburg und Zürich wieder aufgenommen. Zukünftig werden
Montags bis Freitags drei tägliche Flüge und am Sonntag ein Flug
angeboten. Die Flüge werden von Cirrus Airlines in Zusammenarbeit mit
SWISS International Air Lines angeboten. Zum Einsatz soll dabei eine
Dornier Do328 mit 31 Sitzplätzen gelangen. Über die Fakten und
Erwartungen an die neue Strecke äußerte sich Anton Brunnauer, Key
Account Manager SWISS & Lufthansa für Salzburg und Vorarlberg, exklusiv
im Planes-International Interview.
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Planes-International: Sehr geehrter Herr Brunnauer, mit 04. Juni
2006 nimmt Cirrus Airlines in Zusammenarbeit mit SWISS die Strecke
Salzburg – Zürich auf. Was sind die wichtigsten Facts zur neuen alten
Strecke?
Anton Brunnauer: Auf der Strecke
Salzburg-Zürich existieren seit mehr als 50 Jahren regelmässige
Flugverbindungen; die Strecke war immer schon ein wichtiges Bindeglied
zwischen den Wirtschaftsräumen Salzburg (samt bayrischem Einzugsgebiet)
und der Schweiz; darüber hinaus war und ist Zürich ein wichtiger
Umsteigepunkt sowohl für Outgoing- als auch Incomingpassagiere; in den
besten Jahren wurde die Strecke von mehr als 80.000 Passagieren
frequentiert; wir schaffen nun innerhalb der Star Alliance Group
ex/nach Salzburg die Anbindung in einen attraktiven dritten Hub –
dadurch wird Salzburg wieder an den beliebten SWISS-Hub Zürich
angebunden und die Kapazität der angebotenen Flugsessel ex SZG innerhalb
der Star Alliance erhöht. Unsere SWISS-Passagiere haben somit die
Möglichkeit wieder von/nach Salzburg zu fliegen. |
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Planes-International: Warum wurde der Partner Cirrus gewählt? Mit
Austrian Arrows hätte die Star Alliance ja eine Regionalfluggesellschaft
vor Ort?
Anton Brunnauer: Zwischen Austrian
und Swiss existiert innerhalb der Star Alliance eine sehr gute
Zusammenarbeit – so sind auch alle Verbindungen von Wien in die Schweiz
mit Austrian abgestimmt; aus diesem Grund wurden zuerst auch mit
Austrian mehrere Gespräche geführt; Austrian ist derzeit sehr stark auf
Ost- und Südosteuropa fokusiert und konnte daher für die Strecke
Salzburg-Zürich kein Fluggerät zur Verfügung stellen. Mit dem
Lufthansapartner Cirrus verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit im
Deutschland-Schweiz-Verkehr und Cirrus konnte für Salzburg eine Maschine
bereitstellen.
Planes-International: In Schweizer Medien wurde berichtet, dass
SWISS äußerst unzufrieden mit Cirrus war, da sehr viele Flüge ausfielen.
Können sie dazu etwas sagen, und hat diese Auswirkungen auf die Salzburg
Strecke?
Anton Brunnauer: Grundsätzlich
versucht jede Fluggesellschaft einen reibungslosen Ablauf der Flüge zu
gewährleisten, da jeder Ausfall mit Umbuchungen auf andere
Gesellschaften und Kompensationszahlungen an die Kunden viel Geld kostet
und ausserdem negative Auswirkungen auf das Folgegeschäft hat.
Flugausfälle und Pechstrännen gab es in der Vergangenheit auch bei
anderen Fluggesellschaften. Swiss wurde in den vergangenen Jahren nach
dem Niedergang von Swissair in der Schweiz von der Presse immer
besonders kritisch betrachtet. Da Cirrus die Maschine direkt in Salzburg
stationieren und auch warten wird, erwarten wir dahingehend keine größeren
Probleme.
Planes-International: Reisebüros und Fluggäste der Region
fürchten, dass die Verbindung analog zu den Vorgänger Verbindungen
(SWISS & Styrian) wieder nur sehr kurz geben wird. Sind diese
Befürchtugen unbegründet?
Anton Brunnauer: Zugegebenermaßen
war die Salzburg-Zürich Verbindung in den vergangenen 6 Jahren vom Pech
verfolgt; zuerst das Grounding von Swissair, einige Jahre später die
Einstellung der Flüge seitens SWISS, da aufgrund des Gesundschrumpfens
sämtliche kleinen Regionalflugzeuge aus der Flotte genommen wurden. Der
Konkurs von Styrian – nachdem wir in den letzten Monaten des
Flugbetriebes wieder an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen konnten
– hat der Reputation der Strecke ebenfalls nicht gut getan und hat SWISS
mit der Umbuchung von tausenden Passagieren Millionen gekostet. Aus
diesem Grund ist es uns wichtig mit Cirrus einen gesunden und
finanzstarken Partner gefunden zu haben.
Planes-International: Denken Sie nicht, dass die Do328 ein zu
kleines Gerät ist? Wie wird es bei Gruppen aussehen?
Anton Brunnauer: Die Strecke muß nun
mit einem attraktiven Flugplan wieder neu aufgebaut werden und sich auch
finanziell rechnen. Dies wäre mit einer größeren Maschine anfangs nicht
machbar. Darüberhinaus wollen wir eine Kanibalisierung der bestehenden
Anbindungen mit unserem Partner Austrian nach Wien und Frankfurt
vermeiden; da wir allerdings im letzten Jahr aufgrund zu geringer
Kapazität auf der Frankfurt-Strecke stets Passagiere abweisen mußten,
wird die zusätzliche Kapazität von 93 täglichen Sitzplätzen dazu führen,
abgewanderte Passagiere wieder nach Salzburg zurückzugewinnen. Die Do328
hat nur 31 Sitzplätze – somit wird es nicht möglich sein Gruppen von
mehr als 15 Personen zu befördern, da wir die restlichen Plätze für den
Geschäftsreiseverkehr benötigen. Sollte die Strecke gut anlaufen, so
könnte zu einem späteren Zeitpunkt auf eine größere Maschine gewechselt
werden.
Planes-International: Können Sie uns Details zur Übereinkunft mit
Cirrus sagen? Wieviele Plätze hat SWISS pro Flug zur Verfügung? Kann man
im Gegensatz zur ehemaligen Styrian / SWISS Partnerschaft auch ein SWISS
Ticket zwischen Salzburg und Zürich erwerben, oder gilt die LX
Flugnummer nur für Anschlussflüge?
Anton Brunnauer: Die Kapazität ist
anfangs mit einem „Hardblock-Agreement“ geteilt, SWISS hat für den
Anschlußverkehr 18 Plätze und Cirrus für den Lokalverkehr 13 Sitzplätze
zur Verfügung. Bereits im Juli soll auf ein „Free flow – Agreement“
umgestellt werden, womit jede Airline nach dem „first come – first
serve“-Prinzip auf jeden Platz zugreifen kann. Swiss benötigt sein
Kontingent für den Anschlußverkehr, wobei auch einzelne Plätze mit
LX-Nummer für den Lokalverkehr buchbar sein werden; dies macht
allerdings für den Passagier nicht viel Sinn, da auch mit den
Cirrus-Nummern von den Miles & More-Kunden nicht nur Prämien-, sondern
auch Status-Meilen gesammelt werden können.
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Planes-International: Zum Thema Anschlussflüge: Wieviele
Destinationen kann der Salzburger Passagier mit SWISS via Zürich
erreichen? Gibt es besonders attraktive Umsteigedestinationen, die man
über Zürich nun besser erreichen wird, als via Frankfurt, Wien oder
London LGW?
Anton Brunnauer: Derzeit erreicht
der Salzburger Passagier mit SWISS via Zürich insgesamt 70 Destinationen
weltweit; die Flugzeiten sind nicht nur für den Lokalverkehr perfekt,
sondern bieten im Gegensatz zum ehemaligen Styrian-Flugplan mit dem
Vormittagsflug sehr gute Anbindungen an unser Langstreckennetz, welches
in den letzten Monaten mit zwei zusätzlichen A330 sowie im heurigen Jahr
mit drei zusätzlichen A340 weiter verdichtet wird. Grundsätzlich gilt
die Regel, dass die kürzeste Umsteigeverbindung nicht immer die beste
sein muss, denn desto kürzer die Umsteigezeit, desto größer das Risiko
einen Anschluß zu versäumen; da haben wir uns eher auf ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen kurzer Reisezeit und Anschlußsicherheit
konzentriert: Die besten Tagesrandverbindungen innerhalb Europas gibt es
nach Brüssel, Nizza, Luxemburg, Paris CDG sowie zu unseren
Südwesteuropäischen Destination nach Malaga, Lissabon, Barcelona und
Madrid. Aber auch die Verbindungen via ZRH nach Stuttgart, Hamburg,
Dresden, Hannover und Berlin TLX sind gut. Sehr gute Anbindung an unser
Langstreckennetz nach New York JFK, Miami, Boston, Montreal, Chicago,
Los Angeles, Sao Paulo, Johannesburg, Dubai, Maskat, Mumbai, Bangkok,
Singapore, Hong Kong und Tokyo NRT. (Bei NRT und LAX etwas längere
Wartezeit beim Rückflug). Exklusiv bieten wir ex SZG unsere
Afrika-Destinationen nach Nairobi, Dar es Salamm, Jaounde, Douala und
Malabo an. |
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Planes-International: Zürich genießt bei vielen Umsteigern zwar
einen guten Ruf als Umsteigeflughafen, doch es wird immer wieder
beklagt, dass besonders die Gebühren dort zu hoch sind. Denken Sie, dass
dies ein Problem für die neue Verbindung sein wird?
Anton Brunnauer: Zweifelsohne
genießt Zürich einen hervorragenden Ruf als Umsteigeflughafen und ist
deswegen im letzten Jahr auch zum beliebtesten Flughafen Europas gewählt
worden. Auch in Zürich mußten aufgrund der vorgeschriebenen
Sicherheitsmaßnahmen die Taxen erst kürzlich wieder erhöht werden,
obzwar die Gebühren im Vergleich zum Flughafen Wien und Frankfurt noch
marginal günstiger sind. Dieser Preisvorteil von durchschnittlich EUR 5
pro Roundtrip wird sich allerdings nicht merklich auf die
Kaufentscheidung auswirken.
Planes-International: Warum gibt es am Samstag keinen einzigen Flug?
Wäre es nicht sinnvoll wenigstens am SA Vormittag einen Flug anzubieten?
Anton Brunnauer: Im
Geschäftsreiseverkehr zählen der Samstag und der Sonntag zu den
verkehrsschwächsten Tagen; da der Geschäftsreiseverkehr in etwa 70% vom
gesamten Volumen beträgt, hat Cirrus aus wirtschaftlichen Gründen
derzeit für Samstag keinen und für Sonntag nur einen täglichen Flug am
Abend geplant. Bei einer guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der
Strecke könnte der Wochenendverkehr ausgebaut werden.
Planes-International: Kann man die neuen Zürich-Flüge tariflich mit
Angeboten von Lufthansa und/oder Austrian Airlines kombinieren?
Anton Brunnauer: Ja, dies ist neben
der neuen Verbindung der größte Vorteil für unsere Passagiere.
Sämtliche Lufthansa- und Austrian-Tarife (ausgenommen Privat fares)
können mit der neuen Verbindung via Zürich kombiniert werden. Da die
Hin- und Rückflüge der einzelnen Fluggesellschaften oft unregelmäßig
ausgelastet sind, ergibt dies für den Kunden eine effektive
Kostenersparnis, sofern er geschickt über die Hubs Wien, Frankfurt und
Zürich kombiniert. Die Kombinationen sind jedoch leider aus technischen
Gründen nicht über das Web, sondern ausschließlich über die
Computerreservierungssysteme der Airlines und Reisebüros möglich.
Planes-International: Wie denken Sie wird die Aufteilung zwischen
Incoming und Outgoing Passagieren sein?
Anton Brunnauer: Da haben wir
bereits gute Erfahrungen aus der Vergangenheit: Da Salzburg eine
beliebte Reisedestination ist, liegt der Incoming-Anteil merklich höher
als in anderen Bundesländern, wie z. B. in Linz oder Graz. Der Anteil
wird sich in etwa auf 50 : 50 belaufen, was somit auch einen guten
Auslastungsmix der Inbound- und Outbound-Verbindungen zur Folge haben
wird.
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Planes-International: Cirrus gründet in Salzburg ja
eine eigene Tochtergesellschaft. Bedeutet dies, dass weitere Expansionen
geplant sind?
Anton Brunnauer: Cirrus plant in Salzburg
eine eigene Tochtergesellschaft. Für die geplanten Zürich-Flüge werden
von Cirrus in Salzburg vorerst 15 Mitarbeiter eingestellt (Cockpit,
Cabin, Technik). Sollte der Start der neuen Zürich-Verbindung
erfolgreich verlaufen, wäre ein weiterer Ausbau in Österreich aus
unternehmerische Sicht denkbar.
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Planes-International: Gibt es Planungen auch andere
Bundesländerflughäfen wieder mit Zürich zu verbinden.
Anton
Brunnauer: SWISS konnte in den letzten Jahren erfolgreich saniert
werden, wobei durch den Beitritt zur Star Alliance weitere positive
Synergien hinzugekommen sind. Nach der Übernahme von SWISS durch die
Lufthansa wurde Zürich innerhalb der Lufthansa-Gruppe zum dritten
Drehkreuz (neben FRA und MUC). Der Frankfurter Flughafen hat
mittlerweile seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Zürich wurde auf die
Erfordernisse der damals viel größeren Swissair-Group erweitert, hat
also heute noch hohes Wachstumspotential. Die gesundete SWISS wächst
derzeit schneller als der Gesamtmarkt und es werden auch wieder neue
Destinationen geplant. Da würde eine Einbindung anderer
Bundesländerflughäfen sicherlich wieder Sinn machen. Da fehlen uns
derzeit noch die Partner mit verfügbarem Fluggerät um eine Kooperation
mit SWISS auf diesen Strecken einzugehen.
Planes
International: Herr
Brunnauer, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen für die Zukunft
alles Gute.
Das Interview führte Stephan Weidenhiller, Mitarbeiter von Planes
International
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