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Wenige zivile Flughäfen der Welt können
von sich behaupten, dass sie sowohl amerikanisch als auch europäisch sind.
Der Flughafen der Azoreninsel Corvo ist Europas zweit westlichster
Flughafen und zugleich auch Amerikas östlichster. Wie geht das?
Politisch und kulturell gehört das kleine Azoreneiland, welches 1896 km
westlich von Lissabon gelegen ist, noch zu Portugal, doch es liegt bereits
wenige Kilometer auf der „Amerikanischen Platte“. Zwischen der
Zentralgruppe der Azoren und der westlichen Inselgruppe (Flores und Corvo)
verläuft die tektonische Plattengrenze: Während die zentrale Inselgruppe (u.a.
Faial und Terceira) noch auf der Eurasischen Platte zu finden sind, sind
Corvo und Flores bereits auf der tektonischen Platte Amerikas anzutreffen.
Aus Salzburger Sicht liegt Corvo auch schon näher an New York (3601km) als
an der Mozartstadt (3614km):
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3mal pro
Woche verbindet die einzige
Dornier Do228 der SATA, die CS-TGO,
Corvo mit Horta und Flores

Luftaufnahme des Flughafens Corvo und des
Hauptortes Villa Nova do Corvo.
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So
präsentiert sich der Flughafen von Corvo seinen ankommenden Passagieren
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"Kiss and
fly" Bereich &
Haupteingang des Flughafens
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Innenansicht des Flughafens:
Rechts: Ankunft- bzw. Abfluggate;
Mitte Gepäckausgabe,
Links: Check-In und Ticketverkauf.
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Seit 1993 besitzt Corvo einen der
kleinsten kommerziellen Flughäfen der Erde. Geschätzte 8000 – 8500
Passagiere nutzen den kleinen Flughafen jährlich. Dabei ist der Flughafen
nur an drei Tagen der Woche im Betrieb. Bei unserer Reise im September
wurde der Flughafen jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag zum Nabel der
Welt für die Insel und ihre 425 Einwohner. Geographisch gesehen ist Corvo
dann auch Ausgangspunkt der einzigen bekannten interkontinentalen
Linienstrecke, die mit Dornier Do228 durchgeführt wird.
An diesen Tagen füllt sich langsam das
kleine ca. 13x13 Meter „große“ Terminal und man wartet auf die Landung der
SATA Air Acores Dornier Do228 aus Horta (Insel Faial). Kurz vor Mittag
landet dann die 18sitzige Maschine auf der 600m langen Start- und
Landebahn, welche die Ausrichtung 12 – 30 auf der Kompassrose hat.
Nach Betreten des Terminals durch eine
der vier Türen des Gebäudes, warten die Passagiere an der Nebentür auf ihr
Gepäck. Vor allem der große Anteil an Sperrgepäck fällt auf: Wischmöpe,
Fernseher und Küchenutensilien sind nur einige der vielen
Haushaltsgerätschaften, die mit dem Flugzeug nach Corvo gebracht werden.
Natürlich wird auch die Post mit dem Flugzeug auf die Insel gebracht.
Nach wenigen Minuten ist das Flugzeug bereit zum Weiterflug auf die
größere Schwesterinsel Flores, die 24km bzw. 5,5 Flugminuten weiter
südlicher liegt.
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Blick auf die Startbahn 30.
Links sieht man das
Vorfeld mit Terminal und Feuerwehrgarage.

Hauptattraktion Corvos ist die Caldeira:
Hier kurz nach dem Start. |
Das Terminal ist einfach gestaltet aber nicht unmodern. Zwar sucht man
hier aufwendige Fluginformationsbildschirme oder ein Gepäckausgabeband
vergebens, aber dennoch gibt es hier z.B. einen 100% Computer Check-In.
Die Türe für die ankommenden Passagiere ist die gleiche wie die für die
abfliegenden. Auch auf die Sicherheitskontrolle bei den Passagieren wird
auf Corvo verzichtet. Die 425 Inselbewohner kennen sich gegenseitig
bestens und die restlichen Fluggäste wurden ja bereits beim Flug nach
Corvo untersucht. Im Untergeschoss des Terminals befindet sich der Sitz
der freiwilligen Feuerwehr Corvos. Doch der Flughafen verfügt über seine
eigene Feuerwehr, die bei jeder Flugbewegung anwesend ist, um die maximale
Sicherheit zu gewährleisten. Die Feuerwehr verfügt über kleines
FLF-Fahrzeug das in einer Garage neben dem Terminal parkt.
Gelegen
ist der Flughafen fast Mitten im Zentrum des „Inselhauptdorfes“ Vila Nova.
Zu Fuß ist man in ca. 5 Minuten an der Kirche, dem Mittelpunkt der
kleinsten Hauptstadt der Azoren.
Am frühen Nachmittag wiederholt sich das
Spektakel in die Gegenrichtung. Aus Flores kommt die gut gebuchte Do228
wieder nach Corvo zurück. Der Flug hat meist Umsteigepassagiere aus Ponta
Delgada, der größten Stadt der Azoren und Tor zur Welt, dabei.
Auch Umsteigepassagiere werden in Corvo
bestens betreut. Wer von Flores nach Horta fliegen will, muss in Corvo das
Flugzeug verlassen um nach ca. 15 Minuten wieder in das gleiche Flugzeug
einzusteigen.
Um 14:20 startet dann die Dornier Do 228
CS-TGO der SATA Air Acores zu ihrem Interkontinentalflug zum 244km östlich
gelegenen Flughafen der Insel Faial, dem Flughafen Horta. Nach dem Start
kehrt am kleinen aber feinen Flughafen von Corvo für mindestens 40 Stunden
wieder Ruhe ein.
Es wird
interessant zu sehen, was mit dem Flughafen in Corvo passiert, wenn die
Umflottung der SATA Air Acores beginnt. Derzeit evaluiert die
Fluggesellschaft als Ersatz für die eine Do228 und ihre vier ATPs die ATR
42/72 oder die Dash 8 Familie. Doch keines der Flugzeuge kann von einer
600m langen Start und Landebahn operieren und Platz für eine Verlängerung
ist an keinem der beiden Pistenenden da. |